Fragen und Antworten zum französischen Steuerrecht

Wann ist die Zahlung der Vermögenssteuer (ISF) zu erbringen?

Die Vermögensteuer ist grundsätzlich durch Selbstdeklarierung und -zahlung vor dem 15. Juni eines jeden Jahres zu erbringen, bzw. vor dem 15. Juli für die meisten ausländischen Steuerpflichtigen. Die Abgabe einer separaten Vermögensteuererklärung gilt nur für Steuerpflichtige mit einem steuerpflichtigen Vermögen über 2,57 Mio. €. Die anderen Steuerpflichtigen erklären ihren Vermögensbetrag in ihrer Einkommensteuererklärung.

Welche Sachverhalte können zu Steuerabschlägen führen (Auswahl)?

Unterhaltszahlungen, Sozialversicherungsbeiträge und Solidaritätszuschläge (CSG/CRDS), Aufwendungen für Zusatzrenten.

Welche Steuerfreibeträge und –abschläge gibt es bei der Einkommensteuer (Auswahl)?

Pauschaler Abschlag für Werbungskosten (Lohn- und Gehaltsempfänger): 10%, max. € 12.097.
Pauschaler Abschlag auf Rente: 10%, max. € 3.689.
Spezifischer Pauschalabschlag bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung je nach Lage und Beschaffenheit der Immobilie 10% bis 70%.

Wir wird die Einkommensteuer (IR) berechnet?

Die jeweils fällige Einkommensteuer wird mit einem Stufenmodell berechnet. Für verheiratete Paare mit oder ohne Kinder wird zunächst die Anzahl an Anteilen („Part“) der Steuerpflichtigen einer Familie berechnet. Dabei entspricht jeder Ehepartner einem „Part“. Die ersten zwei unterhaltspflichtigen Kinder entsprechen jeweils einem zusätzlichen halben Part und jedes weitere Kind einem „Part“. Eine Familie mit drei Kindern entspricht somit 4 (=1+1+0,5+0,5+1) „Parts“. Das steuerpflichtige Gesamteinkommen der Familie wird sodann durch die Summe der „Parts“ dividiert.

Wann ist die Mehrwertsteuer (TVA) zu zahlen?

Die Mehrwertsteuer ist mit gleichzeitiger Abgabe der Mehrwertsteuererklärung jeden Monat zu zahlen. Bei einem Mehrwertsteueraufkommen von weniger als 4.000 € ist die Mehrwertsteuererklärung nur vierteljährlich abzugeben.

Welche Leistungen sind in Frankreich mehrwertsteuerpflichtig?

Das Anwendungsgebiet der Mehrwertsteuer ist sehr weit gefasst. Sie betrifft im Prinzip alle entgeltlichen Warenlieferungen oder Dienstleistungen. Bestimmte Waren und Dienstleistungen sind jedoch per Gesetz von der Mehrwertsteuer befreit. Darüber hinaus gibt es umfangreiche Ausnahmeregelungen, durch die Lieferungen von Gegenständen oder Dienstleistungen, die eigentlich nicht mehrwertsteuerpflichtig sind, wahlweise der Mehrwertsteuer unterworfen werden können.

Wie hoch ist der Steuertarif für die jährliche Solidaritätsabgabe und welche Unternehmen sind davon betroffen?

Steuerpflichtig sind Unternehmen, deren jährlicher Umsatz mindestens T€ 760 beträgt. Der Steuertarif für die jährliche Solidaritätsabgabe beträgt 0,16% des Vorjahresumsatzes ohne MwSt.

Welche Regelungen gibt es bei der Einkommensteuer für Kleinstunternehmen?

Bei Qualifikation als Kleinstunternehmen („Microentreprises“) lassen sich hieraus bestimmte Vergünstigungen und Vereinfachungen ableiten.
Für Dienstleistungsunternehmen mit einem Jahresumsatz ohne MwSt. unter € 32.900 gilt zur Berechnung der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ein Pauschalabschlag von max. 71% des Jahresumsatzes.

Welche Vergünstigungen gibt es für „Junge Innovative Unternehmen“ bei der Körperschaftssteuer?

Der Status einer „Jeune Entreprise Innovante“ (JEI) wird kleinen oder mittleren Unternehmen unabhängig von ihrer Rechtsform gewährt, die vor weniger als 8 Jahren gegründet wurden und deren Ausgaben für Forschungs- und Entwicklungszwecke mindestens 15% ihrer gesamten Aufwendungen betragen. Voraussetzung ist, dass die Kapitaleigner mehrheitlich natürliche Personen oder eine andere JEI sind und dass es sich bei der Geschäftstätigkeit des Unternehmens um eine innovative Tätigkeit handelt.
Unternehmen, denen der Status einer JEI zuerkannt wird, sind ein Jahr lang völlig und für das darauffolgende Jahr zu 50% von der Körperschaftsteuer befreit. Die steuerlichen Begünstigungendürfen sich maximal auf 200.000 € belaufen.

Wie ist der steuerliche Ausgleich für die betriebliche Nutzung von Privatfahrzeugen geregelt?

Als Ausgleich für die betriebliche Nutzung von Privatfahrzeugen kann eine Kilometerpauschale vorgesehen werden. Soweit die von der Finanzverwaltung jährlich angepassten Richtwerte eingehalten werden, sind die gezahlten Beträge steuerlich abzugsfähig.

Gibt es für den Erwerb von französischen Firmenfahrzeugen einen Vorsteuerabzug?

Nein. Hiervon sind alle Fahrzeuge mit Ausnahme von Personenbeförderungsunternehmen (z.B. Taxi- oder Busunternehmen) betroffen, die für den Personentransport bestimmt sind. Das Vorsteuerabzugsverbot gilt auch für Ersatz- und Einzelteile sowie Reparaturleistungen und Bleifrei-Benzinkosten, die für das Fahrzeug anfallen. Für Diesel-Benzinkosten ist aber die Vorsteuer zu 80% abzugsfähig.

Werden sonstige Steuern erhoben?

Das Eigentum an einer französischen Immobilie löst eine Reihe Abgaben wie z.B. die lokalen Grundsteuern („Taxe foncière“ und „Taxe d’habitation“) aus, die jährlich von den Gemeinden und Départements erhoben werden. Die entsprechenden Steuersätze werden auf lokaler Ebene festgesetzt.

Wann unterliegen private ausländische Steuerpflichtige der französischen Vermögenssteuer (ISF)?

Dies ist der Fall, sobald der Nettoverkehrswert ihres in Frankreich belegenen Immobilienbesitzes (einschließlich Anteile an Immobiliengesellschaften) eine bestimmte Höchstgrenze übersteigt (1.300.000 € in 2014). Der rasante Anstieg des Immobilienmarktes in den letzten zehn Jahren (mehr als 80% Zuwachs) hat dazu geführt, dass die Zahl der ISF-Pflichtigen erheblich zugenommen hat.

Welcher Steuerart unterliegt der Erwerb einer Immobilie in Frankreich?

In der Regel unterliegt er der Grundsteuer, die normalerweise vom Käufer geschuldet und vom Notar bei der Grundbuchregistrierung zu entrichten ist. Die Transaktion kann aber auch die Mehrwertsteuer zum normalen Satz von 20% auslösen, beispielsweise wenn die Immobilie vor weniger als fünf Jahren fertig gestellt wurde.

Was ist beim Erwerb vom Immobilien in Frankreich zu beachten?

Die meisten Anleger sollten im Vorfeld einer Immobilieninvestition die steuerlichen Folgen und die damit verbundenen finanziellen Risiken analysieren. Das bloße Eigentum an einer französischen Immobilie, und sei es auch nur für den privaten Gebrauch ohne Spekulationsabsichten, kann bereits eine Vielzahl an steuerlichen Verpflichtungen auslösen, wie beispielsweise die Vermögensteuer, an der in Frankreich, im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern die sie mittlerweile abgeschafft haben, sicherlich noch einige Zeit festgehalten wird.

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